Färberkamille – wohltuendes Gelb mit wunderbarem Duft

Ich möchte hier kein ganzes Pflanzenportrait der einzelnen Pflanzen, die ich euch vorstelle abpinseln. Da seid ihr findig genug, die Informationen zu der jeweiligen Pflanze direkt im Internet oder in einem Buch selber zu finden. Vielmehr möchte ich euch in die Sinneswelt der Pflanzen mitnehmen. So, wie die Pflanzen auf mich wirken, wenn ich ihnen begegne und welche Stimmungen sie ausstrahlen oder vielmehr auf mich haben.

Heute stelle ich euch die Färberkamille vor:

Sie ist eine wohlriechende Pflanze mit unheimlich vielen Blüten, in die sie ihre meiste Kraft zu stecken scheint. Irgendwie wirkt sie ausgleichend. Dort, wo sie sich bei mir aussamt, wachsen alle Pflanzen üppiger. Sie selbst hat weniger Kraft als andere Vertreter im Pflanzenreich, wie bspw. die wehrhafte Brennnessel oder die Brombeere. Ich glaube, sie weiß gar nicht, wofür sie sich anstrengen sollte und Kraft aufwenden, weil sie keine Hindernisse sieht, so freudestrahlend ist sie.

Ihre intensiven gelben Blüten sind besonders bei Bienen sehr beliebt und auch der ein oder andere Blütenstengel ist mit Blattläusen besetzt.
Sie verbreitet eine fröhliche und ein bisschen feierliche und freie Stimmung, als würde sie uns daran erinnern wollen, dass unser Leben aus Freude besteht bzw. bestehen kann, wenn wir es zulassen und sie sieht keine Hindernisse, die Freude nicht ausleben zu können.

Ich würde sie dem Element Luft zuordnen mit ihrer freien, fröhlichen Art, leicht hin und her schwingend und milde summend.

Auch das Gelb, das sie mir geschenkt hat, ist warm und fröhlich. Mit Alaun zugesetzt ist es kräftig und wohltuend. Ihr Stimme ist hell und friedlich und sie hat definitiv auch mütterliche Eigenschaften. Ich könnte mir vorstellen, dass sie stimmungsaufhellend wirkt und auch gegen Depressionen helfen kann.

Zum Färben habe ich die Blütenköpfe gesammelt und mit Wasser aufgekocht und so lange kochen lassen, bis das Wasser fast verdampft war. Es roch wunderbar kamillig bei uns in der Küche. Den restlichen Farbsaft, der nach dem Experimentieren und Malen noch übrig war, habe ich in einer Muschelschale getrocknet, um ihn später zu verwenden. Der Winter kommt bestimmt und dann kann ich, ähnlich wie Frederick, die Maus, meine Farben auspacken, die mich an den warmen Sommer erinnern.
Derzeit sammle ich fleißig Samen.

Habt ihr schon mal Kontakt zu einer Pflanze aufgenommen? Falls ja, wollt ihr mir davon berichten?

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